Der ehemalige Klassiker aller Fragen: Wozu brauche ich eigentlich eine Webseite?

Bis vor wenigen Jahren noch war die reflexartige Antwort, "Damit man sich und sein Tun präsentieren kann...".

Ja klar, dem ist auch immer noch so. Die Vorteile liegen nach wie vor auf der Hand: Weltweite Erreichbarkeit, rund um die Uhr 24/7 und die wichtigsten Fakten sind für Kunden sofort online verfügbar. Doch hat sich einiges an der Ausrichtung der eigenen Internetseite gedreht. Die Frage nach dem Zielpublikum, welches man ansprechen möchte, hat sich erweitert. Grundsätzlich stand ursprünglich im Mittelpunkt erst die Kundschaft und dann die Glanzvorstellung des eigenen Unternehmens samt Produkten bzw. Dienstleistung.

Irgendwann wurde ein Bewußtsein dafür entwickelt, dass sich die Mitarbeiter der eigenen Firma auch repräsentiert fühlen wollen. Was durchaus einen Mehrwert für alle Beteiligten mit sich bringt. Die eigene Belegschaft fühlt sich zu Recht wertgeschätzt und wird auch für die Außendarstellung aus der Unsichtbarkeit geführt. Das schafft Transparenz und fördert eine persönlichere Verbindung zum Kunden.

Soweit so gut... Doch wie aus dem vermeintlichen Nichts ertönte aus allen Medien ein Wort: Fachkräftemangel!

Was sich anfangs nur gefühlt auf die IT-Branche bezog und sofort Bilder von Indisch/Asiatischen-Programmier-Spezialisten im Kopf erzeugte, kam letztlich in nahezu allen Berufsbereichen an. Besonders bezeichnend, da der Wille vieler Auftraggeber, regionalen Betrieben ihr Vertrauen zu schenken, deutlich zunahm. Die Folge: Gute Auftragslage, aber zu wenig Personal.

Ok, Fachkräfte gibt es wohl... Aber "nur" fachkräftig zu sein, reicht nicht, oder?

Gemäß dem internationalen Headliner: Hard skills need Soft skills

Also erlernte Fachkompetenzen und soziale Kompetenzen eines Menschen. Im Klartext heißt das, wie jemand als Typ ist und was er/sie nachweislich gelernt hat. Das geballte Paket, welches man als Zweibeiner der Arbeitswelt zu bieten hat...

Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen legen verstärkt Wert, neben der beruflichen Qualifikation, auf persönliche Eigenschaften. Wie oft hört man mittlerweile Aussagen wie "Es ist enorm schwer, gute Leute zu finden, die ins Team passen und Lust auf Arbeiten haben". Gerade dem Teamplay fälllt hier oft eine gewichtige Rolle zu. Da nimmt man gern einen Quereinsteiger in Kauf, der "Bock auf den Job hat und als Typus in Ordnung scheint". Ein kluger Chef weiß: Ist seine Mannschaft grundsätzlich gern zusammen, läuft das tägliche Geschäft auch in stressigen Zeiten besser. Ein fauler Apfel kann hier schon einen Stimmungsvirus freisetzen, der sich massiv auf die Leistung aller auswirken kann.

Da wäre es doch wünschenswert, wenn sich passende Kandidaten zur Erweiterung der Unternehmens-Crew bewerben. 

Doch wieso bewerben sich oftmals nicht die "Richtigen"?

Sind die Wunschkandidaten alle in festen Händen oder haben keine Lust auf Veränderung?
Ein Faktor, welcher bis vor nicht allzu langer Zeit wenig bis überhaupt nicht berücksichtigt wurde, ist, dass auch Job-Suchende sich erstmal ein Bild über eine Firma machen. Und wie? Natürlich auf deren Webseite! Vor dem Bildschirm entscheidet sich also, ob man sich dort bewerben möchte.

Ergo, eine neue und wichtige Zielgruppe der Unternehmens-Webseite ist: Neue Mitarbeiter!

Um zu erreichen, dass sich die dringend benötigte Verstärkung meldet, sollte eine Homepage darauf auch abgestimmt sein. Im wahren Internet-Leben bedeutet dies, dass sich im besten Falle Spirit, Menschen und ein Grundklima des neuen Arbeitgebers durch die Webseite erspüren lassen. Was nebenbei erwähnt allen Zielgruppen zu Gute kommt.

Um also ein ehrliches und ansprechendes Abbild des Unternehmens zu erzeugen, ist vor allem ein Mittel hoch im Kurs:

Nonverbale Botschaften.

Sie erzeugen eine gewisse Grundstimmung auf der Webseite durch Farben, Bilder, Aufbau und den Schreibstil der Inhalte. Die Entscheidung über "sich angesprochen fühlen" oder nicht, findet beim Betrachter  zwischen den Zeilen statt. Handelt es sich um eine klasse Firma, bei der jeder eigentlich gerne arbeiten möchte, dies aber auf der Website nicht transportiert wird, kann der passendste Deckel nicht sein Eimerchen finden.

Natürlich gibt es noch weitere Argumente, wie gute Bezahlung, Arbeitsklima, Fahrzeit zum Arbeitsplatz und dergleichen mehr... Das alles sind aber Dinge, die erst beim persönlichen Kennenlerngespräch in Erfahrung gebracht werden. Wenn dieses jedoch nicht stattfindet, weil der Job-Willige schon bei der Unternehmenswebseite abwinkt, gibt es keine zweite Chance.

Schade eigentlich... ;-)